Geodaten mithilfe der Netzwerktechnologie
Ein WebGIS beschreibt grundsätzlich ein Geoinformationssystem, dessen Funktionsweise partiell auf der Netzwerktechnologie beruht. Dies kann sowohl das Internet als auch ein Intranet sein. Für den Begriff existieren zahlreiche Synonyme, welche jedoch auch spezielle Arten des WebGIS beschreiben können. Beispielsweise wird der Name “Internet Mapping” oftmals synonym für WebGIS verwendet, doch genauer genommen beschreibt es nur das Abrufen von Geodaten, welche aus dem Internet, in einem Desktop-GIS, geladen werden. Wenn zwei Computer miteinander kommunizieren, um Geodaten auszutauschen, kann bereits von einem WebGIS gesprochen werden. Aufgrund dieses umfassenden Bedeutungsbereiches ist eine Unterscheidung verschiedener WebGIS empfehlenswert. Die Differenzierung wird hauptsächlich anhand der Funktionalität des Server- und Client-Rechners durchgeführt.
Desktop-GIS und Geodaten-Server
In einem typischen Desktop-GIS sind die gesamte Funktionalität sowie die benötigten Daten auf einem Client-Computer existent. Unter einem Geodaten-Server wird der Rechner verstanden, welcher spezielle Geodaten zur Verfügung stellt, welche wiederum von diversen Desktop-GIS heruntergeladen werden können. Um die korrekten Geodaten auswählen zu können, müssen Recherchevorgänge durchgeführt werden. Die Kartenerstellung wird weiterhin durch den Client durchgeführt. Dieser wird aufgrund seiner umfassenden Funktionalität als “thick Client” bezeichnet.
Sogenannte Map-Server und das Online-GIS
Es gibt zwei Sorten der Map-Server. Grundsätzlich liegt bei dieser Art des WebGIS die Aufgabe der Kartenerstellung beim Server. Eine von dieser Art sind die statischen Map-Server. Hierbei wird dem Client eine statische Karte geboten, welche er auf Wunsch näher betrachten kann, jedoch nicht verändern kann. Bei den dynamischen Map-Servern wird die Karte anhand von Daten erstellt, welche der Client übermittelt. Dies können beispielsweise Routen-Punkte sein, bei denen der Server die entsprechende Route mit der Karte generiert.
Beim Online-GIS greift der Server auf die Funktionen eines GIS zu. Dadurch sind komplexere Funktionen durchführbar. Der Client schickt hierbei zunächst die Anfrage an einen HTTP-Server, von dort wird sie wiederum an eine GIS-Schnittstelle weitergeleitet. Dort werden die Daten zu Kommandos ausgewertet, welche dann an ein grundlegendes GIS übermittelt werden. Dort werden die Kommandos gedeutet, die angefragten Daten gesucht, bearbeitet und letztendlich die gewünschte Karte oder der Bericht erstellt. Dieser wiederum wird dann über denselben Weg zurück an den Client übermittelt.


